Liebe Eltern, Großeltern, Freunde und Bekannte des Familienzentrums,

ich heiße Maria Hoschke und bin Kursleiterin des Workshops „Beziehungsvolle Pflege“ und des Kurses „Raum zum Entdecken – Zeit mit mir und meinem Kind“.

Heute möchte ich mich, mit einem für mich wichtigen Thema, an Sie wenden und Ihnen mit einem kleinen Beitrag aufzeigen, was es bedeuten kann, Kinder achtsam und vertrauensvoll zu begleiten. Dieser Beitrag soll keine neue Anforderung oder Aufgabe im Umgang mit Kindern sein, sondern vielmehr eine Inspiration zum wirken lassen.

Jeder Mensch kommt auf diese Welt und möchte von den Menschen, die er liebt und die ihm wichtig sind geachtet, gesehen und wertgeschätzt werden. Durch meine Erfahrungen als Familientherapeutin i.A. weiß ich, dass dieses Bedürfnis nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene wichtig ist. Auch Erwachsene brauchen und wünschen sich Menschen an Ihrer Seite, die an sie glauben, denen sie wichtig sind und die sie in guten, wie auch schlechten Tagen begleiten.
Jedes Kind ist von Anfang an ein einzigartiges Wesen mit einer Persönlichkeit, Gefühlen, Bedürfnissen und Interessen.
Wenn wir Kindern die Möglichkeit geben, eigene Erfahrungen zu sammeln, stärken wir das Selbstvertrauen unserer Kinder in ihre Selbstwirksamkeit. Das bedeutet, dass wir darauf vertrauen, dass das Kind lernen wird, was es wissen und können muss und das auch wir lernen uns selbst und unseren Impulsen zu vertrauen.
Doch wie können wir lernen unseren Kindern und uns selbst mit Vertrauen zu begegnen?
Die Pikler-Pädagogik beschreibt hierbei, dass wir durch Zuschauen lernen können, die Bedürfnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen unseres Kindes wahrzunehmen. Ich vergleiche dies gern mit dem Beginn des Elternseins. Die ersten Lebenswochen mit einem Neugeborenen sind aufregend neu und es braucht Zeit, bis sich Eltern und Kind kennenlernen und Eltern die Bedürfnisse des Kindes immer mehr verstehen und einschätzen können. Das Zuschauen und Spüren hilft Eltern, die Signale ihres Babys immer besser zu deuten und auf diese reagieren zu können.
Diese offene Haltung, die am Anfang ermöglicht, dass Eltern und Baby sich kennenlernen, können wir beibehalten. Wir können unser Kind im Alltag beobachten und uns ganz bewusst Zeit zum Zuschauen nehmen.
Wir müssen dabei nichts weiter tun. Wir können uns zurücklehnen und genießen. Wir können uns an dem erfreuen, was unser Kind kann, was unser Kind entdeckt, wer unser Kind ist und was unser Kind erforschen will. Jedes Kind hat dabei sein eigenes Tempo und auf ganz natürliche Weise bringt es diese Neugier und Motivation zu lernen mit in diese Welt.
Ich kann mich noch sehr gut an die Entdeckerfreude meiner Tochter erinnern und an die unzähligen Momente, in denen ich einfach nur gestaunt habe, mit welcher Konzentration und Hingabe sich meine Tochter ins Spielen vertieft hat. Ich habe zugeschaut und mich mit ihr gefreut und in Situationen, in denen etwas schwierig für sie war, war ich ihr sicherer Hafen, in dem sie auftanken und Kraft sammeln konnte, um dann wieder neugierig loszuziehen.

Vielleicht haben sie nun Lust bekommen, sich im Zuschauen auszuprobieren und ihr Kind in seinem Sein zu beobachten und sich an ihm zu erfreuen. Was will ihr Kind gerade entdecken und erforschen? Was interessiert ihr Kind und was will es ausprobieren und erfahren?  Vielleicht sind sie aber auch einfach neugierig geworden und haben Lust in einem meiner Kurse diesen achtsamen und vertrauensvollen Umgang mit Kindern zu erleben.


In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viele schöne und berührende Momente mit ihrem Kind und würde mich freuen, Sie in einem meiner Kurse begrüßen zu können.

Herzliche Grüße,

Maria Hoschke


Quellen:
Schneider, Kornelia; Wüstenberg Wiebke (2019). Emmi Piklers Konzeption im Kontext der aktuellen Frühpädagogik. Kinder in ihren ersten drei Lebensjahren begleiten und ihrer Entwicklung Raum geben. In: Gilles- Bacciu, Astrid; Heuer Reinhild (Hrsg.) Pikler. Ein Theorie und Praxisbuch für die Familienbildung. Weinheim, 2. Auflage, 148-164.

Gerber, Magda; Allison Johnson (2014). Ein guter Start ins Leben. Ein Leitfaden für die erste Zeit mit Ihrem Baby. Freiamt, 5. Auflage.







„Berührt zu werden gehört schon allein durch die Pflege zum alltäglichen Leben des Babys. Durch die Art und Weise der Berührung bekommt es wichtige Botschaften über Nähe, Liebe und Achtsamkeit, die mit Worten nur schwer übermittelt werden können.“
Anna Tardos



Die Art und Weise wie wir ein Kind berühren, tragen, wickeln, anziehen und waschen, hat einen großen Einfluss auf die Beziehung, die ein Kind zu seinem Körper und zu seiner Umwelt entwickelt. Die Zeit der Pflege kann somit eine Zeit von besonderer Qualität werden. Eine Zeit in der wir mit unserer ganzen Aufmerksamkeit bei unserem Kind sind, es einbeziehen und seine Bedürfnisse achten und wertschätzen.


Workshop-Dauer:  11.06. bis 09.07.2020  jeden Donnerstag von 9:30 Uhr bis ca. 11:00 Uhr

Ort:  FamilienZentrum am Anger, Erfurt Kursraum 1. Etage

Anmeldung:  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 0361/ 5 62 73 84 Gebühr: 25,- €